Donnerstag, 21. Februar 2019

Wenn Kinder verschwinden: Eine Geschichte. Und ein Appell.

In einem Moment sind sie noch da...im nächsten Moment, sind sie verschwunden


Wie es sich anfühlt, sein Kind zu verlieren

Florenz, 2012. Meine Tochter ist 2 Jahre alt. Wir sind mit Freunden in dieser wunderschönen Stadt unterwegs. Ständig beschäftigt sich einer von uns vier Erwachsenen mit ihr. Doch plötzlich ist sie weg. "Wo ist Lilo?" - "Ich denke, sie ist bei dir?" - "Hast du nicht ihre Hand gehalten?" Meine Welt bricht zusammen. Wir haben nicht aufgepasst. Für einen Moment dachte jeder von uns, der andere passt auf. Mein Blick jagt über die schier undurchdringliche Masse an Menschen. Touristen. Ein Meer von ihnen. Vor uns thront der gewaltige David. Nackt. Ich fühle mich auch nackt. Hilflos. Klein. Verloren. Mein Kind ist weg. Ich verliere sofort die Hoffnung. Wie soll man ein winziges zwei Jahre altes Kind hier wiederfinden? Ich fange sofort an zu weinen. Selbst wie ein kleines Kind. Ich kann mich nicht konzentrieren. Ich kann nicht denken. Die Angst hat mein Denken vom Fühlen abgekappt. Wir sind hier alle fremd. Wir sprechen kein Italienisch. Lilo auch nicht. Ich habe eine echte Panikattacke.

Einer muss das Ruder übernehmen

Mein Mann sieht, dass ich nicht funktioniere. Er sagt:"Bleib da stehen und guck ob du sie siehst." Ich rufe ihren Namen nicht. Ich bin vollkommen starr vor Angst. Ich sehe nur das Schlimmste. Ich fühle mich von meiner Angst zerdrückt. Mein Mann verteilt Order. "Du suchst einen Polizisten. Zeig ihm Fotos von Lilo." Und:"Du suchst mit. Wir teilen uns auf. Wir gehen den Weg zurück, den wir gekommen sind." Alle drei sprinten los. Ich bleibe stehen. Zur Salzsäure erstarrt. Allein gelassen. Ich tauge zu nichts. Eine heulende Mutter in Florenz. Reglos. Lautlos. Mit den Augen verzweifelt suchend. Aber ich sehe nichts. Nicht einmal die anderen. Ich sehe nur den Abgrund, der sich vor mir auftut. So fühlt sich sterben an. 

Die Suche hat ein Ende

Eine gefühlte Ewigkeit später umarmt mich mein Mann. Mit Lilo auf dem Arm. Sie ist gut drauf. Ich stürze meinem Mann in die Arme, ich weine noch mehr. Ich küsse und halte mein Kind. Das Lachen kommt zurück. Ich bin erleichtert, ich fliege aus einem tiefen dunklen Loch zurück ans Licht. Lilo war nur ein paar Schritte hinter uns vor einer Statue stehen geblieben. Und hatte sie verträumt angeschaut. Stand da. Ganz klein und zufrieden. Ohne Angst. War dem Fluss ihrer Herde nicht mehr gefolgt. Inzwischen sind alle zurück. Erleichterung, Lachen, Entschuldigungen. Ich schäme mich. Ich habe null funktioniert. Wie lang dieser Schreckensaugenblick gedauert hat? Drei Minuten vielleicht? Höchstens. Unsere Alarmanlagen haben sofort funktioniert: Das Kind ist weg, wir haben es schnell gespürt. 

Nie wieder

Ich habe mir geschworen, dass so etwas nie wieder passiert. Meine Panik mein Kind oder irgendein anderes, mir anvertrautes, aus den Augen zu verlieren, ist übermäßig groß. Sie fällt auch anderen auf. Ich passe auf meine Herde auf, wie ein Hütehund. Ich 'schnappe' verbal nach ihnen, ich trommele sie laut zusammen, ich hechte hin und her. Bloß keinen vergessen. No child left behind. Nie wieder!
Ich kann eine Gruppe von 10 Kindern ohne Probleme durch eine gewaltige Menschenmenge schleusen. Mir geht nie wieder ein Kind verloren. Warum? Weil ich weiß, dass ich das nicht verkrafte. Wenn ein Kind verloren geht, das weiß ich, dann stirbt etwas an mir. 

Diese Geschichte ist nur eine von Vielen

...und sie ist glimpflich ausgegangen. Stellt euch vor, es wäre anders. Für viele Eltern ist dies bittere, grausame Realität. Sie verlieren ihre Kinder: auf der Flucht vor Soldaten, vor Terroristen, vor Stürmen, Fluten, Erdbeben. Sie verlieren ihre Kinder in Situationen, die wir uns nicht vorstellen können. Wir 'verlieren' unsere Kinder im Urlaub in Florenz, auf dem Rummelplatz, im Einkaufsladen beim Shoppingbummel. Unsere Kinder gehen uns - Gott sei Dank - verloren, während wir in ein funktionierendes soziales und gesellschaftliches Netz eingebunden sind. Wir haben ein Zuhause, zu dem wir fahren können. Es gibt Menschen, die Zeit haben, uns zu helfen. Die nicht auch auf der Flucht sind. Die nicht auch ihr Hauptaugenmerk auf die eigenen Kinder gerichtet haben. 
Es gibt eine Organisation, die neben vieler anderer heldenhafter Dinge auch dies tut: Sie bringt Eltern und Kinder, die in Krisengebieten bzw kritischen Situationen getrennt wurden, wieder zusammen. Wenn ein Kind im Kaufhaus verloren geht, kann die Suche schier endlos erscheinen. Wie ist es, wenn das Kind in einem Land verloren geht? Auf einem Kontinent? 

Das INTERNATIONALE KOMITEE VOM ROTEN KREUZ kümmert sich.  
Hier ist ein internationaler Werbefilm für deren Kampagne. 
Unterstützt sie bei ihrer Mission
Eltern und verloren geglaubte Kinder wiederzuvereinigen!


Nichts ist schlimmer, als sein Kind zu verlieren.
Spendet Eltern Seelenfrieden. 
Und Kindern das Glück, Teil ihrer Familie zu sein.




P.S. Mein Kind heißt nicht Lilo. Sollte es aber mal. Deshalb - zum Schutze meiner Tochter - hier mal nicht ihr Name, sondern ihr Wunschname...hätte mein Mann sich nicht durchgesetzt ;-)



Mittwoch, 20. Februar 2019

Türkisch an deutschen Schulen? Warum die eigene "Fremdsprache" sprechen Gold ist





Wozu sollen die Kinder Türkisch lernen? Wir leben doch in Deutschland! Lernt erstmal richtig Deutsch!
(rufen der Böhme, Hanseat, Schwabe, Hesse, Thüringer...)


Thema verfehlt! Setzen: 6! Worum es wirklich geht.

Auf die Frage, wozu 'die Kinder' an deutschen Schulen Türkisch lernen sollen, antworte ich gern spontan mit einer Gegenfrage: Wozu lernen sie Englisch, Spanisch, Latein oder Altgriechisch?
Was ist gerade an toten Sprachen, die kaum ein Mensch beherrscht, besser? Ehe sich in dieser Debatte thematisch völlig verrannt wird, möchte ich auf die Chancen hinweisen, die dieser Ansatz mit sich bringt. Letztlich geht es darum, alle Kinder dort abzuholen, wo sie stehen. Die Herausforderung besteht im Individualunterricht, also in der Organisation, nicht darin, dass Türkischunterricht eine Muslimisierung zu Folge hätte. Das ist Quatsch.

Was nützt Türkischunterricht denn?

Tatsächlich geht es darum, die Mehrsprachigkeit von Kindern mit Migrationshintergrund zu einem Vorteil für ihr späteres Leben zu machen. Meine Neffen in Amerika haben italienische und deutsche Wurzeln, daheim sprechen sie diese beiden Sprachen. Aber in der Schule erleben sie einen Unterricht der vollkommen auf die amerikanische Kultur und Sprache aufbaut. Das nicht in Abrede stellend, denn "sie leben ja in Amerika", wäre es doch toll, wenn es Kultur- & Sprachunterricht in den Sprachen gäbe, die die Kinder von zu Hause mitbringen? Statt Lateinisch echtes Italienisch: inklusive Geschichts - & Kulturhistorischen Unterricht. Viele Türken, Polen, Russen etc. beherrschen ihre Zweitsprache nur bruchstückhaft, wissen wenig über die fantastische Literatur ihrer Herkunftsländer. Manche wiederum sind sehr firm in mehr als 2 Sprachen, ihnen wird aber dennoch abverlangt, 2 weitere Fremdsprachen zu erlernen. Schon Deutsch ist für Viele die erste richtige Fremdsprache - dabei sind sich alle einig, dass das Erlernen einer zweiten Fremdsprache in der Grundschule schwierig ist und für die Kinder 'wenig Vorteile' bringt. Dennoch wird das Kindern, die fast ausschließlich Russisch, Türkisch oder Hessisch babbeln, selbstverständlich abverlangt. Wie viel sie bereits leisten, wird nicht gesehen.

Im amerikanischen Zeugnis meiner Cousins stehen Zensuren für Spanisch und Englisch. Dass die Jungs außerdem Italienisch und Deutsch beherrschen, interessiert niemanden. Und dass sie in Wirklichkeit 3 Fremdsprachen lernen, zusätzlich zur 'Hauptsprache', wird als Lernfaktor völlig außer Acht gelassen. So viele Sprachen beherrschen ist keine Selbstverständlichkeit, da ist viel Hirnschmalz notwendig. Schade, dass die Kinder dafür keinerlei Wertschätzung erfahren. Im Gegenteil.

Genau darum geht es m.E. in der Debatte. Die Kinder dort abholen, wo sie sind. Ihre Fähigkeiten gewinnbringend in ihre Ausbildung einfließen lassen. Ihnen vielleicht sogar einen (gesunden) Stolz und vernünftig - kritischen Blick auf ihre Kultur mit auf den Weg geben.
Wozu ihnen eine tote Sprache aufzwingen, wenn sie eine für unsere bunte Welt viel vorteilhaftere Sprache bereits recht gut sprechen? Es wäre doch viel besser, wenn ein Türke am Ende seiner schulischen Laufbahn Lyrik, Aufsätze und argumentative Analysen in Deutsch und Türkisch beherrscht, was ihm später z.B. als deutsch-türkischer Strafverteidiger sehr helfen wird, als dass er ein paar Sätze französischen Smalltalks in die Menge werfen kann. "E voila, je ne t'aime pas."
Meine Neffen werden am Ende ihrer Schulkarriere 5 Sprachen sprechen.
Auf Papier "zählen" aber erstmal nur 2. Schade.

Es ist schon etwas lächerlich, wenn sich der Deutsche - und das meist nicht auf Hochdeutsch - etwas darauf einbildet, EINE Sprache (einigermaßen) zu beherrschen. Von den Kindern mit Migrationshintergrund wird ungleich mehr erwartet, als von den Kindern aus 'Monokultur'. Einen Denkanstoß in Richtung "Wie können wir dieses Potential für unsere Gesellschaft nutzen" halte ich tatsächlich auch für längst überfällig. Statt die Debatte also zu verwerfen, nur weil es durchaus Bedenken und Komplikationen zu beachten gilt, sollte sie als Chance gesehen werden, unsere Welt offener und den Unterricht fairer zu gestalten.







Fotoquelle: pixabay.com/de/lernen-schule-sprachunterricht-2001847

Dienstag, 22. Januar 2019

Menschen in Not helfen, die Umwelt retten: Es kann so einfach sein!

A Bleistift for Everyone unterstützt und baut Schulen.
Kleinstspende= ein Bleistift. Großspende = Was Du übrig hast!

Jeder möchte gern etwas bewegen in der Welt

Wer hat das nicht schon gedacht? Durch die Nachrichten stehen wir täglich unter Beschuss, die wir in unserem Wohlstand und Komfort selten echte Nöte oder Ängste auszustehen haben. Andernorts sehen einstmals blühende Hafenstädte, wie Latakia in Syrien, aus, wie ein Schlachtfeld - weil es eines ist. Andernorts vertrocknen Flüsse und Seen, verbrennen Tiere durch Brandrodungen, verhungern Kinder, sterben Menschen mangels sauberen Wassers, Medikamente und mangels Bildung.
Man möchte zu gern auch etwas Gutes tun. Seinen Beitrag leisten. Die Welt verändern.
Aber wie?


Große Pläne, kleine Schritte

Die Vision muss man haben: Eine bessere Welt. Der Realismus holt einen jedoch schnell ein und macht klar - die Welt ist zu groß, um von Dir allein gerettet zu werden. Muss man deshalb aufgeben, die Hände in den Schoß legen? Nein. Muss man deshalb erfinderisch werden, Wasserpumpen entwickeln, Brunnen graben, Flüchtlinge aufnehmen, sein Vermögen in Hilfsprojekte stecken? Nein. Wir müssen die Welt nicht verändern, in dem wir über die Grenzen des (individuell) Machbaren hinausgehen. Kleine Schritte zählen. 

Auf den Schultern von Riesen

Ich habe immer davon geträumt, irgendjemanden zu retten. Früher einmal wollte ich Ärztin werden, Krebs heilen, Chirurgin sein, Entstellungen korrigieren. Leider habe ich nicht das Zeug dazu, was mir während der Ausbildung schnell klar wurde: von Blut wird mir schlecht, Gewebeflüssigkeit anderer Menschen macht mich krank, ich habe ständig Panik mich anzustecken, ich kann Leid nicht sehen. Meine großen Träume platzten alle in einem ganz kleinen Rahmen: Ärztin adé, scheiden tut weh (tat es echt!). Dann kam ein 'kleiner Riese' in mein Leben - und ich konnte von dessen Schultern aus etwas bewegen.


Helfen kann so einfach sein

Inzwischen weiß ich, dass Helfen einfach ist. Ich muss das Rad nicht neu erfinden, um jemanden von A nach B zu fahren. Analog dazu muss ich UNICEF nicht gründen, um es zu unterstützen. Ich muss auch keine Suppenküche öffnen, um Hunger zu bekämpfen. Und ich muss auch nicht nach Afrika fliegen, um dort Projekte zu finden, an denen ich mich helfend beteiligen kann. Das machen viele andere Menschen und Unternehmen. Menschen, wie Maren Reisner. Sie wollte mit ihrer Familie "nur" eine Weltreise machen, und kam zurück mit dem Wunsch, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Sie fand unterstützenswerte Projekte vor Ort, in Pakistan und Tansania, und schaute ganz konkret: Was brauchen die Menschen, die Kinder, dort? Welche Angebote gibt es bereits? Und was kann ich tun?
Maren kann Filme machen und sehr gut erzählen. Mit ihren Filmen und ihren eindrücklichen Schilderungen der Erfahrungen, die sie auf ihrer Weltreise gemacht hat, sammelt sie Geld, das sie nach Afrika und Asien schickt, um dort ausgewählte Projekte zu unterstützen. Die Sanierung einer Schule. Den Bau einer neuen mobilen Schule. Maren macht das - und inzwischen mache ich mit.
Ich schreibe, denn das kann ich. Und ich verbreite die Kunde. Und ich unterstütze Maren da, wo sie meine Unterstützung gebrauchen kann. Plötzlich bin ich Teil eines Projekts, das sich für Bildung und das Erreichen von Bildungszielen weltweit einsetzt. Toll!
Es ist wirklich einfach - so, wie die "Kinoabend-Spende" an das World Food Program, dem ich den Betrag eines in diesem Monat nicht stattfindenden Kinoabends überlassen habe. Warum auch nicht? Wir verzichten einmal auf unseren Kinoabend und essen einen Abend nicht auswärts, und von diesem Geld kann eine ganze Familie im Yemen einen Monat lang ernährt werden. Toll - und gar nicht aufwendig.


Machst Du mit?

Möchtest Du Dich auch beteiligen, möchtest Du auch helfen? Dann empfehle ich Dir Folgendes - wenn Du keine Maren Reisner in Deinem Leben hast, die Du persönlich unterstützen kannst, dann gehst Du Online auf die Suche nach Projekten, die Du unterstützenswert findest.

www.ableistift.de
www.wfp.org/de
www.unicef..de

www.greenpeace.de

Und so weiter. Die Liste ist endlos lang. Wenn Du mehr möchtest, als einfach nur ein 'gutes Gefühl' etwas getan zu haben, dann druck Dir doch Deine Spendenbestätigungen aus und sammle sie in einer Mappe. So hast Du nicht nur ein Andenken an all das Gute, das Du unterstützt hast, sondern auch etwas Haptisches, das Deine Hilfe sichtbarer macht.

Ich freue mich, wenn ich Dich anregen konnte, Dein ganz eigenes Hilfsprojekt zu finden, das Du unterstützen magst!

Helfen kann so einfach sein - warum tun wir es dann nicht viel öfter?









Foto: Copyright @ ableistift.de

#ableistift #unicef #worldfoodprogram #greenpeace #givingishelping #give #donate #help #healtheworld

Mittwoch, 16. Januar 2019

Deutsche Leitkultur?
Eine etwas andere Perspektive

Da hat Uroma gejubelt! Und Uropa hat stramm gestanden! Bessere Zeiten?

Die Wahrheit über die Deutsche Hochkultur oder
Wie wir einander begegnen wollen
frei nach dem Motto "Das Volk trifft keine Schuld"


Wenn den Deutschen so begegnet worden wäre, wie den Syrern heute vielerorts begegnet wird, oder den Türken, den Arabern, den Russen, den Chinesen, den Palästinensern, den 'Afrikanern' (man ist zu faul, Länder zu nennen/ kennen)  - dann hätten nach dem 2. Weltkrieg alle Länder ihre Grenzzäune hochgezogen und gesagt:

"Also mit einer 'Kultur', die so etwas zulässt, wollen wir nichts zu tun haben. Das muss ja Genetik sein, so etwas gibt es doch andernorts gar nicht. Wir müssen unsere Frauen und Kinder vor den Barbarischen Teutonen schützen. Wir sollten keine Geschäftsbeziehungen zu ihnen haben. Wenn sie bei uns einreisen, Asyl suchen, ja im schlimmsten Falle noch ein Leben aufbauen wollen, wohlmöglich ihre ganze, barbarische Familie mitnehmend, dann können wir unserer Kultur adieu sagen. Dann sind wir verloren. Eine 'Kultur', die das zulässt, nein, da braucht man auch kein Mitleid haben, denen braucht man nicht helfen, die haben sich das selbst eingebrockt. Also wer so mit seinen Nachbarn, mit Kindern und Behinderten umgeht - grauenhaft! Solche Menschen wollen wir nicht in unserer Mitte haben. Gott bewahre- nachher vermehren die sich noch hier!"

Es wurden aber keine Grenzzäune hochgezogen. Und es wurde auch nicht 4 Jahre lang auf der halben Welt diskutiert, wie man 'das deutsche Übel' eindämmen, ja 'in Deutschland lassen kann' (wo es hingehört...?). Komischerweise wurde das 'schwarze Schaf' der weißen Familie eben nicht von allen fallen gelassen. Im Gegenteil. Obwohl dieses barbarische, grausame, unerbittliche, systematisch vernichtende, gnadenlose 'Völkchen' in weniger als 50 Jahren zwei furchtbare Kriege geführt hatte, mit einer Grauenhaftigkeit, die an IS-Gebahren grenzt - trotzdem wurde es nicht ausgegrenzt.

Verzeihung & Entschuldigung? Angenommen!

Ja, dem Deutschen wurde seine Abartigkeit verziehen. Das Volk 'wusste' nicht, 'niemand konnte das ahnen', es war ja auch 'nur' in den letzten Jahren 'so schlimm' und so weiter...Damals hat nicht die ganze Welt jahrelang von einer 'deutschen Unkultur', von einer 'von menschenverachtenden Ideologien komplett fehlgeleiteter Gesellschaft, die sich nie ändern wird' gesprochen. Unsere Genetik wurde nicht in Zweifel gezogen, wurde nicht von Regierungsmitgliedern anderer Länder hinterfragt. Nein - man hat den Deutschen zugetraut, dass in ihnen irgendwo ein Kern 'Guter Mensch' zu finden sein muss.

Um noch drastischer zu werden, könnte ich jetzt ein Paar Bilder teilen - wie der politisch engagierte Deutsche damals mit Menschen umgegangen ist. Hinrichtungen von Staatsfeinden (auch Enthauptungen, by the way...), körperliche und seelische Folter von Behinderten und Homosexuellen, ja - sogar Frauen, sogar Babys - nicht zu vergessen die vielen Vergnügungszentren für eine Vielzahl lupenreiner deutscher Sadisten ("Arbeitslager"), wo neben höchst dubioser Laborversuche auch Grausamkeiten widerwärtigster Natur an der Tagesordnung waren.

Trotzdem...

Aber - also mit den Muslimen, also den Syrern, und den Somaliern, und den Arabern und.... also mit denen wollen WIR NICHTS zu tun haben...weil das sind ja Menschen, die sind von Natur aus grausam. Die haben ja nicht unsere Kultur, die kennen das ja nicht, Gleichberechtigung und so...
Wir schon.
Also das Gutmenschentum, nein, das Bessermenschentum, das ist uns sozusagen in die Wiege gelegt worden. Könnt ihr jeden 60+-jährigen Fragen, was er für vorbildliche Eltern und Großeltern hat. Ja, aus was für überhaupt vorbildlichen, Hochkultur-gleichen Verhältnissen er/sie stammt.

Ja...fragt die mal.
Werdet ihr aber staunen.
Über die "Hochkultur", der die heutigen Deutschen entstammen.


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Fühlst Du Dich als Deutscher angegriffen?

Unter Generalverdacht gestellt?
Fallen Dir lauter gute Deutsche ein, die anders gewesen sind...?
Kennst Du persönlich eine Vielzahl von Deutschen, die nicht in das Schema "N" passen?
Möchtest Du am liebsten ausführen, wie es damals 'wirklich' war?


Schön! 

Dann habe ich mein Ziel erreicht. 
Ich fühle mich auch oft angegriffen. 

In meinem Nicht-Deutsch-genug-sein für die einen. 
Aber auch in meinem Stolz eine Deutsche zu sein. 
Ich habe auch das Gefühl, dass immer nur Teilaspekte angeguckt werden, das große Bild wird genauso ignoriert, wie die Geschichten vieler Individuen.
Ich fühle mich angegriffen, wenn meinem Anderssein mit Angst und Skepsis, oder Verachtung und Arroganz begegnet wird. 
Ich bin eine Deutsche. Aber auch eine von Vielen. 
Im wahrsten Sinne des Wortes. 

Ich und meine türkischen, kongolesischen, polnischen, somalischen, pakistanischen, persischen, argentinischen, amerikanischen, vietnamesischen, russischen usw. Freunde und Bekannte, Familienmitglieder und Kollegen, wir wollen als Individuen betrachtet und ernst genommen werden. 

Wir sind keine Viren, kein Teil einer gefährlichen Epidemie.

Wir sind Menschen!















Foto 

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