Montag, 17. Dezember 2018

Weihnachten in der Patchworkfamilie


Neues Jahr, neues Glück: Weihnachten ist nicht nur in Familien mit zu vielen Omas und Opas ein Fest, das viel Diplomatie erfordert. Auch und insbesondere in Scheidungsfamilien gehört Weihnachten neben (Kinder-) Geburtstagen zu den heiß diskutierten und nicht selten zu Kriegsschauplätzen ausartenden 'hohen Feiertagen'.
Auch bei uns bestimmte bis zur Volljährigkeit unserer Kinder ihre Mutter "Die Kinder gehören Weihnachten zu mir". Die ersten zwei Jahre hat mein Mann noch vorsichtig angefragt, ob er vielleicht die Kinder - vielleicht im jährlichen Wechsel - am Heiligabend bei sich haben könnte.
Nein: Undenkbar.
Wie auch bei Trump versus dem Rest der Welt, bedarf es da geschicktem Dealen, um doch mit weihnachtlicher Stimmung in die Feiertage zu starten.
Wir haben meines Erachtens den mega 'Trade-Deal' eingeführt - und er ist besser, als ich es mir hätte träumen lassen. Wir feierten also nie mit den Kindern am 24.12. Weihnachten.
Wir führten stattdessen amerikanische Weihnachten ein. Wir definierten alles um.
Bescherung gab es erst am 25.12. Das hieß, dass die Kinder am 25. früh zu uns kamen (einmal sogar gleich am 24. abends) und: BLIEBEN. Wir hatten besinnliche Tage mit unseren Großen, und als der kleine Nachwuchs dazukam, wurde aus dem amerikanischen Ritual eine reine Freude. Wenn morgens die kleine Motte quietschend durch die Wohnung hüpfte, und ihre großen Geschwister holte, weil der Weihnachtsmann des Nachts Geschenke gebracht hatte - es berührte uns sehr. Wir baten nie wieder um den Heiligabend - denn das hätte gehießen, die Kinder schon am Abend oder am nächsten Morgen ziehen lassen zu müssen. Wie schade. So konnten wir viele Weihnachten in Folge ein paar Tage in besinnliche Gefühle eintauchen, haben gemeinsam Freunde und Verwandte besucht, und es ging überhaupt nicht darum "Weihnachten runterzureißen, um zum nächsten Termin zu hecheln" - sondern um das Geschenk gemeinsam verbrachter Zeit.
Ganz besonders an Weihnachten haben wir gelernt, dass das Umdefinieren von unseren Prinzipien oder Idealen im Patchwork nicht nur notwendig ist: Es kann auch Tür und Tor für NEUE und ÜBERRASCHEND SCHÖNE Veränderungen öffnen.
Wer am Immergleichen festhält, hat die Hände nicht frei für Neues.

In diesem Sinne wünsche ich euch Stieffamilien und anders im Weihnachtsstress Versinkenden:
Starke Nerven, den Mut neue Wege zu gehen und ein FROHES FEST!


P.S.
Wer noch ein Geschenk für seine starke, wundervolle Partnerin und Stiefmutter (in spe) sucht: Für kleines Geld könnt ihr MEIN BUCH mit kurzen, aber wertvollen Tipps (ja - ich habe mich bemüht euch NICHT zuzutexten!) und Erfahrungswerten aus meinem Stiefmutterleben HIER oder HIER erwerben. Wie man mit Lügen (POR-NO!, Drogenbefürwortung usw.), Diebstahl, Langeweile oder einem Partner, der den Kindern alles durchgehen lässt, umgehen kann. Das Buch ist ehrlich, auf einem ganz freundschaftlichem Du-zu-Du-Level und will nicht klüger oder scharfsinniger daherkommen, als andere Ratgeber. Einfach nur entspannter. Und lustiger. Und stolzer. Wie der Titel sagt:

RELAXED & STIEFMOM




Ich freu mich, wenn es euch gefällt!

P.P.S.
Fotocredit goes to Pexels, Fotografin Flynn >> https://www.instagram.com/flynn.mayc/